Diamantbestattung

Bei einer Diamantbestattung wird aus einem kleinen Teil der Kremationsasche oder aus Haaren eines Verstorbenen ein echter Erinnerungsdiamant gepresst. So entsteht ein einzigartiges, bleibendes Andenken, das Angehörige als Schmuckstück tragen oder in der Familie weitergeben können.

Was ist eine Diamantbestattung?

Bei einer Diamantbestattung wird aus einem kleinen Teil der Kremationsasche, oder alternativ aus Haaren, ein synthetischer Erinnerungsdiamant hergestellt. Möglich macht das ein erstaunlich einfacher chemischer Umstand: Diamanten bestehen aus Kohlenstoff, und Kohlenstoff ist auch im menschlichen Körper reichlich vorhanden. Genau dieses Element bildet die Grundlage für den späteren Edelstein.

Streng genommen ist die Diamantbestattung keine eigenständige Bestattungsart, sondern eine besondere Veredelung im Anschluss an eine Feuerbestattung. Voraussetzung ist deshalb immer die Einäscherung. Der überwiegende Teil der Asche wird anschließend ganz regulär beigesetzt, etwa als Urnen-, Baum- oder Seebestattung, während aus einem kleinen Anteil der Erinnerungsdiamant entsteht. Die Diamantbestattung gilt als noch recht junge, aber zunehmend gefragte Möglichkeit der Beisetzung. Viele Menschen legen den Wunsch danach bereits zu Lebzeiten im Rahmen der Bestattungsvorsorge fest, um den Angehörigen später eine schwere Entscheidung abzunehmen und ihren letzten Willen klar zu dokumentieren.

Wie funktioniert die Herstellung eines Erinnerungsdiamanten?

Ein Erinnerungsdiamant entsteht aus dem Kohlenstoff, der in Kremationsasche enthalten ist. Dieser Kohlenstoff wird im Labor extrahiert und unter Hochdruck und Hitze zu einem echten Diamanten kristallisiert – nach demselben physikalischen Prinzip, das auch in der Natur zur Diamantbildung führt.

Schritt 1: Aschenentnahme
Für die Herstellung werden in der Regel etwa 200 bis 500 Gramm Kremationsasche benötigt.Für die Herstellung werden in der Regel etwa 200 bis 500 Gramm Kremationsasche benötigt, die bereits bei der Kremation reserviert und getrennt an ein spezialisiertes Labor versendet wird. 

Schritt 2: Kohlenstoffextraktion
Im Labor wird die Asche chemisch aufbereitet, um den reinen Kohlenstoff zu isolieren. Nur etwa 1 bis 2 Prozent der Asche bestehen tatsächlich aus verwertbarem Kohlenstoff, der Rest sind Mineralsalze und andere Verbindungen.

Schritt 3: Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahren (HPHT)
Der gewonnene Kohlenstoff wird anschließend extremen Bedingungen ausgesetzt. Dabei wirken Temperaturen von über 1.400 Grad Celsius und ein Druck von rund 60.000 bar auf ihn ein. Unter diesen Bedingungen kristallisiert der Kohlenstoff über mehrere Wochen zu einem Rohdiamanten.

Schritt 4: Schleifen und Zertifizierung
Der entstandene Rohdiamant wird von erfahrenen Diamantschleifern in Form gebracht, zum Beispiel als Brillant-, Tropfen- oder Prinzessschliff. Abschließend erfolgt häufig eine unabhängige Zertifizierung, die Reinheit, Farbe und Karat des Diamanten bestätigt.

Insgesamt dauert der gesamte Prozess von der Aschenentnahme bis zum fertigen Erinnerungsdiamanten je nach Größe und Anbieter zwischen vier und neun Monaten.

Diamantbestattung in Deutschland: Was ist erlaubt?

In Deutschland gilt die sogenannte Friedhofspflicht (auch Friedhofszwang genannt). Sie schreibt vor, dass die Asche eines Verstorbenen an einem dafür vorgesehenen Ort beigesetzt werden muss und nicht frei aufgeteilt oder dauerhaft mit nach Hause genommen werden darf. Die eigentliche Herstellung eines Diamanten aus Kremationsasche ist deshalb in Deutschland selbst nicht zulässig.

Möglich ist die Diamantbestattung dennoch und zwar über den Weg ins Ausland. Ein Teil der Asche wird an ein spezialisiertes Unternehmen in Ländern wie der Schweiz, Österreich oder den Niederlanden überführt, wo die Diamantherstellung legal ist. Der größere Teil der Asche verbleibt in Deutschland und wird hier nach den geltenden Vorgaben beigesetzt. Ein erfahrener Bestatter organisiert die nötige Überführung und kümmert sich um sämtliche Formalitäten, sodass für die Angehörigen kein bürokratischer Aufwand entsteht.

Wer diese rechtlichen Hürden vermeiden möchte, kann auf einen Haardiamanten ausweichen. Da Haare nicht unter die Bestattungspflicht fallen, lässt sich ein Diamant aus Haaren auch in Verbindung mit einer klassischen Erdbestattung in Deutschland verwirklichen.

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Was kostet eine Diamantbestattung?

Die Kosten einer Diamantbestattung liegen deutlich über denen einer herkömmlichen Beisetzung, lassen sich aber durchaus mit den Gesamtkosten einer klassischen Grabstätte samt jahrelanger Grabpflege vergleichen. Die Preisspanne ist groß und hängt vor allem von Größe (Karat), Schliff und Farbe des Diamanten ab.

Als grobe Orientierung gilt: Die reine Herstellung des Diamanten beginnt bei etwa 4.000 Euro und kann je nach Karatzahl auf 10.000 Euro und mehr steigen. Über alle Varianten hinweg bewegen sich die Gesamtkosten meist in einer Spanne von rund 3.000 bis 20.000 Euro. Hinzu kommen die Aufwendungen für die ohnehin erforderliche Feuerbestattung, die Überführung der Asche ins Ausland sowie optional eine Fassung als Schmuckstück und ein Echtheitszertifikat. Weil sich aus einer Asche- oder Haarprobe auch mehrere kleinere Diamanten fertigen lassen, entscheiden sich manche Familien bewusst dafür, gleich mehreren Angehörigen je ein eigenes Andenken zu ermöglichen.

Voraussetzungen für eine Diamantbestattung

Voraussetzungen erfüllt sein. Grundlage ist stets eine vorangegangene Feuerbestattung, da aus der Kohlenstoffasche des Verstorbenen unter hohem Druck und hoher Temperatur ein synthetischer Diamant hergestellt wird. Da in Deutschland der sogenannte Friedhofszwang gilt, ist die Herstellung eines Erinnerungsdiamanten aus der Asche im Inland rechtlich nicht ohne Weiteres möglich, weshalb die Kremationsasche meist ins Ausland, etwa in die Schweiz oder nach Deutschland angrenzende Länder mit liberalerer Bestattungsgesetzgebung, überführt werden muss, was eine entsprechende Genehmigung der zuständigen Behörden sowie einen legalen Aschetransport voraussetzt. Zudem muss der Verstorbene beziehungsweise dessen Angehörige dem Verfahren ausdrücklich zustimmen, sei es durch eine zu Lebzeiten verfasste Verfügung oder durch einen einstimmigen Beschluss der Angehörigen nach dem Tod, da die Totenfürsorge in Deutschland grundsätzlich bei den nächsten Angehörigen liegt. Nicht zuletzt sind finanzielle Mittel einzuplanen, da die Umwandlung von Asche in einen Diamanten je nach gewünschter Größe, Farbe und Reinheit des Steins mehrere Tausend Euro kosten kann, sowie ein gewisser zeitlicher Vorlauf, denn der gesamte Prozess von der Aschegewinnung bis zum fertig geschliffenen Diamanten nimmt üblicherweise mehrere Monate in Anspruch.

Vor- und Nachteile der Diamantbestattung

Die Diamantbestattung ist eine besondere Form des Gedenkens, die neben ihren Vorteilen auch einige Punkte mit sich bringt, die Angehörige vorab kennen sollten.

Vorteile

  • Sehr persönliches Andenken: Der Diamant lässt sich als Schmuckstück gestalten und kann so jederzeit am eigenen Körper getragen werden, statt an einem festen Ort besucht werden zu müssen.
  • Ewige Haltbarkeit: Anders als eine Urne oder ein Grabstein unterliegt ein Diamant keinem Verfall und bleibt physisch über Generationen hinweg unverändert erhalten.
  • Keine laufenden Kosten: Es entfallen Ausgaben wie Grabpflege oder Friedhofsgebühren, da der Diamant nicht an einen festen Ort gebunden ist.
  • Individuelle Gestaltung: Farbe, Schliff und Größe des Diamanten lassen sich nach persönlichen Wünschen bestimmen. 

Nachteile

  • Hohe Kosten: Die Herstellung im Labor ist teuer und kostet je nach Größe und Schliff meist mehrere Tausend Euro.
  • Rechtliche Hürden: Aufgrund der Friedhofspflicht ist die Herstellung in Deutschland nicht erlaubt, weshalb die Asche ins Ausland überführt werden muss.
  • Lange Dauer: Die Herstellung des künstlichen Diamanten dauert oft mehrere Monate.
  • Ethische Bedenken: Die Teilung der Asche des Verstorbenen wird von manchen Menschen oder Kirchen als pietätlos empfunden.
  • Verlustrisiko: Durch die kleine Größe des Diamanten besteht die Gefahr, ihn zu verlieren oder dass er gestohlen wird.

Fazit: Ein Diamant aus der Asche eines geliebten Menschen

Eine Diamantbestattung eignet sich für Menschen, die eine individuelle und dauerhafte Form der Erinnerung suchen und bereit sind, dafür höhere Kosten sowie eine längere Wartezeit in Kauf zu nehmen. Da die Herstellung aufgrund der Friedhofspflicht nur im Ausland möglich ist, sollte der Wunsch frühzeitig mit einem Bestatter besprochen werden, damit die Asche bereits bei der Kremation entsprechend aufgeteilt wird. Wer unsicher ist, kann sich im persönlichen Gespräch mit einem Bestatter beraten lassen und so herausfinden, ob diese Bestattungsform zur eigenen Vorstellung von Abschied und Erinnerung passt.

Sie haben weitere Fragen zur Diamantbestattung?

Hier finden Sie die Antworten auf die relevantesten Fragen rund um die Diamantbestattung.

Für einen im Labor aus Kremationsasche hergestellten Erinnerungsdiamanten benötigt man in der Regel nur relativ wenig Asche, meist reichen etwa 200 bis 500 Gramm, da der enthaltene Kohlenstoff extrahiert und zu Graphit verarbeitet wird. Manche Anbieter kommen sogar mit weniger aus oder kombinieren die Asche zusätzlich mit einer Haarprobe, falls nicht genug Kohlenstoff vorhanden ist. Die genaue Menge hängt vom jeweiligen Anbieter und dessen Verfahren ab, daher lohnt sich eine Nachfrage direkt beim gewünschten Unternehmen.

Muss man sich zwischen Diamantbestattung und Friedhofsbestattung entscheiden?

Nein, eine Entscheidung zwischen beiden ist nicht nötig, denn die Diamantbestattung ist keine eigenständige Bestattungsart, sondern lediglich eine zusätzliche Verarbeitung eines kleinen Teils der Kremationsasche. Da für den Diamanten nur ein Bruchteil der gesamten Asche benötigt wird, muss die verbleibende Restasche in jedem Fall regulär beigesetzt werden. In Deutschland greift dabei weiterhin die Friedhofspflicht, sodass die Restasche entweder auf einem Friedhof oder im Rahmen einer der wenigen zulässigen Ausnahmen wie See- oder Waldbestattung beigesetzt werden muss. Wurde die Asche für die Diamantherstellung ins Ausland überführt, kann die Restasche je nach Anbieter entweder dort beigesetzt oder zur Beisetzung nach Deutschland zurückgebracht werden.

Nein. In Deutschland gilt die Friedhofspflicht, weshalb Totenasche grundsätzlich nur auf einem Friedhof beigesetzt werden darf. Die Herstellung eines Diamanten aus Asche eines Verstorbenen ist daher untersagt. Die Asche muss deshalb direkt vom Krematorium ins Ausland überführt werden, meist in die Schweiz oder in die Niederlande, wo entsprechende Anbieter legal arbeiten. In Brandenburg gilt zusätzlich eine Besonderheit: Schon der bloße Besitz eines aus Asche gefertigten Erinnerungsdiamanten kann dort als Ordnungswidrigkeit gewertet werden. Diamanten aus Haaren sind von dieser Einschränkung nicht betroffen und können bundesweit auch in Deutschland hergestellt werden.

Da für die Herstellung eines Diamanten nur ein Bruchteil der gesamten Kremationsasche benötigt wird, bleibt der weitaus größere Teil übrig. Wurde die Asche für die Diamantherstellung ins Ausland überführt, muss je nach Anbieter und Vereinbarung auch die Restasche dort beigesetzt werden, etwa im Rahmen einer Wald- oder Bergwiesenbestattung. Manche Anbieter ermöglichen es dagegen, die überschüssige Asche wieder zurück nach Deutschland zu bringen und dort regulär in einem Urnengrab, Bestattungswald oder auf See beizusetzen. Angehörige sollten diesen Punkt vor Vertragsabschluss unbedingt konkret mit dem Bestatter oder Hersteller klären.

Das eigentliche Kristallwachstum nimmt je nach gewünschter Größe mehrere Wochen bis mehrere Monate in Anspruch. Größere Diamanten mit höherem Karatgewicht benötigen entsprechend mehr Zeit als kleinere Steine. Nach dem Wachstum wird der Rohdiamant noch geschliffen und poliert, bevor er an Bestatter oder Angehörige verschickt wird. In der Praxis sollten Angehörige daher insgesamt mit einer Wartezeit von etwa drei bis neun Monaten ab Auftragserteilung rechnen.

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